2020 – ZEHN JAHRE RSN – ERSTE ERFAHRUNGEN

 

"In dieser Geschichte erfahren Sie, wie wir bei der ersten Hunde-Vermittlung schon auf die Nase gefallen sind - und es doch ein Happy End gegeben hat.

 

Auch wenn unsere offizielle Vereinsgründung erst am 1.1.2010 erfolgte, so fand sich das Team der RiesenSchnauzerNothilfe schon im Herbst davor zusammen, um zum einen alle organisatorischen Fragen zu klären, aber auch, um einen ordentlichen Start in der Vermittlung von Hunden vorzubereiten. Leider standen uns in dieser Zeit die heute unentbehrlichen Hilfen wie Homepage, Forum oder Tierschutzverteiler noch nicht zur Verfügung und daher musste viel improvisiert werden.

 

Ende November 2009 erfuhren wir über Silkes Beziehungen aus ihrer früheren Tierschutzarbeit von dem wunderschönes Riesenschnauzer-Mädchen Ari, das in Ungarn auf seine Ausreise nach Deutschland wartete. Gleichzeitig hatten wir über private Kontakte Interessenten in der Pfalz aufgetan, die genau solch einen Hund suchten und nach Betrachten der Bilder den Hund aufnehmen wollten. Team-intern wurde eine Pflegestelle, ebenfalls in der Pfalz, organisiert und Dank der Mithilfe des Tierheimes Gelnhausen konnte die Hündin nach Deutschland gebracht werden. Wir übernahmen Ari in einer sprichwörtlichen Nacht-und Nebelaktion am Rasthof Weiskirchen an der A 3 in der Nähe von Aschaffenburg. Die Uhr zeigte 1:30 Uhr, es war stockdunkel, kalt und windig und es regnete in Strömen, als wir Ari in Empfang nahmen. Das Licht im Kofferraum war funzelig, man hatte das Gefühl, dass das ein „leichter“ Riesenschnauzer ist, aber egal, Menschen und Hund waren müde, daher ein schneller Wechsel ohne genaues Hinsehen von einer Autobox in die andere. Flott wurden die Formalien erledigt und dann ging es direkt zurück in die Pfalz zur Pflegefamilie.

 

Dort konnte Ari dann zwei Stunden später zum ersten Mal im Hellen betrachtet werden und schnell war klar:

 

DAS WAR NICHT DER HUND, DEN WIR ÜBERNEHMEN WOLLTEN !!!

 

Ari hatte nichts von einem Riesenschnauzer und mit viel Phantasie konnte man in dem kleinen Mädchen allerhöchstens eine Schnauzermix-Hündin erkennen. Nichts von den übermittelten Informationen stimmte - außer dem Namen. Dementsprechend groß war natürlich die Enttäuschung, als die Bewerber Ari am nächsten Tag in Augenschein nahmen. Papa mit verkniffenem Gesicht, das deutlich aussagte, dass sie den Hund nicht nehmen würden, Mama und Sohnemann motzend und heulend im Auto und die Pflegefamilie ratlos und zerknirscht. Man trennte sich enttäuscht. Solch einen Start hatten wir uns nun wirklich nicht gewünscht.

 

Wir haben nie herausgefunden, warum uns der falsche Hund mitgebracht wurde, ob mit Absicht oder nicht. Es war letztendlich auch egal, denn zum Glück hatten sich die Wogen schnell geglättet und die Familie konnte vier Wochen später dank unserer Mithilfe ihr Riesenschnauzer-Mädchen Lola in Empfang nehmen. Ein Volltreffer, wie sich herausstellen sollte.

 

Und Ari? Nun, auch Ari fand sehr schnell ein schönes Plätzchen in der Pfalz, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir die Hündin mangels eigener Möglichkeiten auf der Homepage des Tierheimes Kaiserslautern vorstellen durften und sie dort „entdeckt“ wurde.

 

Im Nachhinein hatte diese erste Vermittlung etwas von einer missglückten Generalprobe, von der man sagt, dass die Aufführung dann um so erfolgreicher wird. Wir sind froh, dass wir das für unsere weitere Vermittlungsarbeit auch sagen können und dass es der einzige „falsch gelieferte“ Hund geblieben ist.