Felix und seine Hundekollegen. Heute: Riesenschnauzer Laika

In lockerer Folge werden wir an dieser Stelle unseren Pressehund Felix zu Wort kommen lassen. Er verfolgt im Hintergrund sehr genau unsere Arbeit und hat natürlich manchmal eine andere Sicht auf die Dinge als wir Menschen.  Besonders die Schicksale, die oftmals mit einer Vermittlung verbunden sind, machen ihm immer wieder sehr zu schaffen. Heute befasst er sich mit der Geschichte der Riesenschnauzer-Hündin Laika:

Liebe Freunde!

Der Blick auf das Kalenderblatt für den Monat März des RiesenSchnauzerNothilfe-Kalenders 2026 hat mich dazu bewogen, noch einmal die Geschichte der Riesenschnauzer-Hündin aufzugreifen. Unser Kalendermann hat in seinem Text kurz umrissen, was Laika in ihrem 8-jährigen Leben widerfahren ist.

Meine Menschenkollegen haben Laika aus einer Beschlagnahmung übernommen, da sich ihr suchtkrankes Herrchen nicht adäquat um sie kümmern konnte. Eine erste Vermittlung ging schief, was uns in ziemliche Nöte brachte und gezwungen hat, Laika für 8 Monate(!) in eine Pension zu geben. Ich habe mitbekommen, dass dies für den Hund eine absolute Tortur war. Laika ist extrem menschenbezogen, was zur Folge hat, dass sie sich bei jedem guten Wort sofort mit Haut und Haaren an diesen Menschen binden will. An einem Ort wie einer Pension ist dies natürlich eine Katastrophe. Heulen, schreien und dauerhaftes Bellen waren täglich angesagt Zumindest konnten meine Leute sie medizinisch betreuen und aufpäppeln sowie für einen Wochenspaziergang sorgen. Nach den besagten 8 Monaten dann die (Er)lösung. Wir konnten Wir konnten ein Ehepaar für Laika interessieren, das fest entschlossen war, dem Hundemädchen zu helfen, seine schwierige Lebenssituation zu verbessern.

Was dann im letzten Vierteljahr passiert ist, lässt auch mich als Hund nur noch staunen. Claudia und Thomas, so heißen Laikas neue Leute, und Petra aus unserem Team hatten einen genauen Plan entwickelt, wie Laika sinnvoll geholfen werden kann, um wieder in ein normales Hundeleben zurückzufinden. Dabei müsst ihr wissen, dass Petra sich professionell mit Hunde- und Menschenverhakten befasst und die Gabe hat, sich in uns Hunde hineinzudenken. Es wurde vereinbart, Laika einen festen Tagesplan mit immer wiederkehrenden Ritualen an die „Pfoten“ zu geben, damit sie die Möglichgeit hat, Vertrauen zu ihren Menschen zu gewinnen, ihre Verlassensängste abzubauen und eine neue Struktur in ihrem Leben zu akzeptieren. Für Laikas Menschen bedeutete dies, sich von liebgewonnen Gewohnheiten, was Hundeerziehung betrifft, zu verabschieden und sich selbst auch in Konsequenz zu üben. Ich als Hund habe nicht so recht geglaubt, dass das zu schaffen ist, aber ich habe mich zum Glück geirrt. Thomas hat in der ersten Zeit bei Laika im Wohnzimmer geschlafen, um ihr Sicherheit zu vermitteln, in vielen Minischritten wurde das allein bleiben trainiert und die täglichen Spaziergänge wurden und werden immer noch ritualisiert. Immer der gleiche Weg, immer die gleiche Umgebung und Stück für Stück kleine Freiheiten für Laika. Wie ich mitbekomme, gibt es natürlich auch immer einmal kleine Rückfälle, aber Claudia und Thomas wissen, dass es dann an ihrer fehlenden Konsequenz lag. Nach dem, was in den vergangenen vier Monaten passiert ist, glaube ich fest daran, dass Laika es schafft, zu dem zu werden, was ihr Menschen einen „normalen Hund“ nennt. Im Gegenzug hoffe ich natürlich auch, dass sie auch das ihren Menschen geben kann, was uns Schnauzer nun einmal ausmacht.

Allen Menschen, die diesen Text lesen, möchte ich den Rat geben, im Umgang mit meinen Hundekollegen auch einmal die Seiten zu wechseln und zu versuchen, sich in unsere „Gedanken- und Gefühlswelt“ hinein zu versetzen. Und ja, auch wir Hunde haben so etwas!

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